Caminho Português da Costa – Tag 5 (25. April 2026): Belinho - Carreço
Kurz vor acht Uhr verließen wir unsere Herberge und nahmen in dem Café, das in der Straße gegenüber lag, ein Frühstück ein. Von unseren deutschen Mitpilger*innen verabschiedeten wir uns vorher in der Herberge bzw. dann beim Frühstück, und dann ging es weiter auf dem Weg.
Dieser führte weiter über gepflasterte Straßen. Jetzt am Morgen waren diese wesentlich angenehmer zu laufen als am gestrigen Nachmittag, als die Sonne sie so richtig aufgeheizt hatte. Auch eine kleine Kapelle mit einer Jakobusstatue gab es kurz nach unserem Start zu sehen.
Relativ bald ging der Weg aus dem urbanen Gebiet in den Wald und auf Feldwege über. Alte Jakobswegstelen wurden von Pilger*innen mit Steinen umrahmt. Der Weg war heute wesentlich anspruchsvoller, da es auf und ab ging und über Wurzeln und Steine führte, vorbei an einem Fluss, dem Rio Neiva, den wir dann auf einer schmalen Steinbrücke überqueren mussten.
Da der Fluss sehr niedrig lag, mussten wir vorher natürlich zu ihm hinabsteigen und, wie das so ist, auf der anderen Seite natürlich wieder auf die Anhöhe aufsteigen. Der Anstieg war stellenweise auch sehr steil, und wir gelangten dann zur Jakobskirche Igreja Paroquial de Santiago. Diese war ebenfalls geöffnet und konnte besucht werden.
Danach ging es weiter durch den Wald, kurz steil bergauf, dann sehr schön durch den Wald, teilweise über etwas schwierigere Etappen auf steinigen Wegen, bis wir beim Kloster São Romão do Neiva ankamen. Die Kirche war verschlossen, aber beim Kreuzweg hinauf zur Kapelle Senhora do Castro – zu der wir nicht hinaufgegangen sind – gab es schöne Bänke im Schatten für eine Rast.
Weiter ging der Weg nach Chafé. Auch dort konnten wir die Kirche besuchen. Einkaufen war übrigens nicht möglich, denn der 25. April ist in Portugal ein Feiertag. Wir hatten in der Vorplanung entsprechende Reserven im Rucksack mitgeführt.
Der Weg führt dann weiter durch teils ländliches, teils urbanes Gebiet nach Vila Nova de Anha. Dort gibt es zwei Kirchen, die offen stehen und besucht werden können: die Igreja Matriz de Vila Nova de Anha und eine Kapelle direkt daneben. Wir entschlossen uns, hier auch die Mittagspause in einem Café einzulegen.
Anschließend ging es weiter in Richtung des Flusses Rio Lima, den man auf einer Brücke überqueren muss. Das zieht sich ein ganzes Stück hin, da man etwa einen halben Kilometer auf einem engen Gehweg nah an den Autos laufen muss. Man landet dann in Viana do Castelo, und wir hatten inzwischen ca. 10 km Wegstrecke hinter uns gebracht. Das Wetter war warm, und die Sonne stand hoch am Himmel.
Viana do Castelo hat eine schöne Flusspromenade, und wir haben uns entschlossen, hier noch eine kurze Rast einzulegen. Die Wegführung war hier etwas problematisch, da die eigentliche Route durch Baustellen versperrt war. Es waren Alternativschilder angegeben, diese waren aber teilweise etwas unglücklich positioniert.
Natürlich besuchten wir auch die Kathedrale, die Igreja Matriz de Viana do Castelo, bei der es sich um eine Festungskirche aus dem 15. Jahrhundert handelt. An der Ausstattung sieht man schon, dass es hier sehr römisch-katholisch zugeht. Über den schönen Marktplatz, den Largo de 9 Abril, ging es dann weiter und vorbei an diversen anderen Kirchen, auf deren Besuch wir heute dann verzichteten. Grund dafür waren auch die noch lange Wegstrecke, die vor uns lag, sowie das wirklich sehr warme Wetter.
Der Weg führt durch die Stadt den Berg hinauf und dann entlang der Straße – ein etwas weniger schönes Teilstück. Man folgt der Straße mehr oder weniger bis zum Ende. Es gibt hier aber ein paar Abschnitte, bei denen man von dieser weggeführt wird. Diese sind wirklich bezaubernd.
Kurz vor Schluss ging es dann am Friedhof vorbei – nicht über den Friedhof! – und wir erreichten unsere Herberge. Die heutige Strecke mit über 29 km war bei diesen Temperaturen für uns das Limit. Die teilweise groben Pflasterwege sind auch sehr anstrengend zu laufen und heizen sich in der Sonne stark auf, und da sie zudem links und rechts von Mauern gesäumt sind, wird man schön langsam gegart. Im Hochsommer sicherlich noch um einiges intensiver.
Bewusst haben wir heute wieder eine Herberge gewählt, um Wäsche zu waschen. Das haben wir dann auch getan. Am Abend sind wir dann gemeinsam mit einer tschechischen Pilgerschwester essen gegangen. Durch diese lange Etappe fiel jedoch auch die Entscheidung, die nachfolgenden kürzer zu gestalten.