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Caminho Português da Costa – Tag 4 (24. April 2026): Aguçadoura - Belinho

Tobias Bauer, , Lesedauer 4 Minuten.

Die Nacht im Schlafsaal mit sechs Personen war ruhiger als erwartet – wir haben hier schon ganz anderes erlebt. Um unser Frühstück mussten wir uns selbst kümmern; da es aber zunächst nichts gab, machten wir uns ohne etwas im Magen auf den Weg. Der Weg begann, wie er gestern geendet hatte: auf Holzstegen hinter den Dünen.

Eigentlich hatten wir uns in Google Maps ein Café gesucht, das eigentlich um 8:30 Uhr geöffnet haben sollte. Aber wie man an meiner Formulierung sehen kann, war dem nicht so. Also ging es weiter ohne Frühstück.

Nach einiger Zeit kommt man an einen Buswendeplatz. Der Weg geht hier links weiter, und man darf sich hier nicht, wie wir, von dem über die Mittelinsel geführten Steg in die Irre leiten lassen. Der Camino wurde hier auf eine neue Trasse und weg von der Straße verlegt. Wir sind jedoch noch die alte Route gelaufen. Vereinzelt hat man auch noch alte Markierungen gefunden. Nach ca. zwei km führen beide Trassen wieder zusammen.

Heute führt der Weg das erste Mal weg vom Meer, und man sieht Grün: landwirtschaftlich genutzte Flächen, Eukalyptuswälder usw. Das ist eine schöne Abwechslung, und das Wetter hat weiterhin mitgespielt.

Nach ungefähr 8 km erreichten wir Apúlia. Die dortige Igreja de Apúlia war auch geöffnet. Schön kann man dort das Bild der Kirchen sehen, das für uns in Europa teilweise etwas fremd wirkt: kräftige Farben, teilweise mit Lichtinstallationen und Figuren, die für uns mitunter fast kitschig wirken. Aber es gab in der Ortschaft auch ein Café, das geöffnet hatte, und somit konnten wir endlich unser Frühstück einnehmen.

Gestärkt ging es dann weiter, weiterhin durch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Interessant waren hier die Kleinbauern. Die Bewirtschaftung wirkte auf uns eher altertümlich: Aussaat mit dem Saattuch, Einarbeiten mit von Ochsen gezogenen Werkzeugen und ab und an mal ein kleiner Traktor. Dazwischen immer wieder einmal ein kleines Waldstück, auch mit Eukalyptusbäumen.

Die Wege sind hier größtenteils gepflastert, entweder mit dem kleinen quadratischen Straßenpflaster, das wir auch kennen, oder mit einem gröberen. Wenn nicht, dann sind es einfach Wald- und Wirtschaftswege, über die der Weg führt.

Bei Fão überquerten wir den Rio Cávado und kamen dann nach Esposende. Hier wurde ebenfalls der Weg verlegt, der jetzt durch die Stadt führt. Keine schlechte Entscheidung. Die Kirche der Stadt, die Igreja Santa Maria dos Anjos, war geöffnet, und nach einem Besuch haben wir uns auf dem davorliegenden Marktplatz ein Lokal für das Mittagessen gesucht.

Gestärkt ging es dann wieder zurück Richtung Fluss auf die ursprüngliche Route. Die Flussseite ist zwar sehr schön anzusehen, dafür hat man rechterhand mal wieder eine vielbefahrene Hauptstraße.

Nach 20 km Wegstrecke – und heute hatten wir noch ein paar km vor uns – wurden wir nach rechts weggeführt. Es geht jetzt etwas bergauf. Wir haben hier auch schon einige Berge, und das, obwohl wir noch sehr küstennah sind.

In Marinhas führt der Weg an der dortigen Kirche vorbei, der Igreja Paroquial de Marinhas, die ebenfalls geöffnet war. Wir sind dem Weg danach weiter gefolgt. Jetzt ging es hauptsächlich durch urbanes Gebiet, das sich aufgrund der Sonneneinstrahlung, der Temperatur und des Pflasters schon sehr stark aufgeheizt hatte.

Sechs km weiter erreichten wir Belinho mit der dortigen, ebenfalls geöffneten Kirche. Auch diese konnte von uns besichtigt werden. Danach war es nur noch knapp ein km bis zu unserer Unterkunft.

Das Abendessen war mitgebucht und vorbestellt. Wir mussten uns also um nichts kümmern. Interessant war, dass fast alle Gäste Deutsche waren. Das ergab dann abends auch interessante Gespräche. Die Unterkunft verfügte sogar über einen Pool, leider war es dafür dann doch zu kalt.

Die heutigen 27 km waren noch einmal mehr als an den letzten Tagen, und dazu kamen, da wir das Meer verlassen hatten, einige Höhenmeter hinzu. Vor allem das urbane Gelände mit dem Pflaster zwischen den Häusern heizte sich bei der Sonneneinstrahlung stark auf. Obwohl wir hier Ende April ca. 25 ° C Lufttemperatur hatten, war es sehr warm. Im Sommer ist das garantiert extrem. Der erste Teil des Weges durch die landwirtschaftlich genutzten Flächen war eine tolle Abwechslung, die wir genossen haben. Positiv hervorzuheben ist ebenfalls, dass wir jetzt, wo wir von der Küste weg waren, endlich die Möglichkeit hatten, auch Kirchen zu besuchen.