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Caminho Português da Costa – Tag 6 (26. April 2026): Carreço - Caminha

Tobias Bauer, , Lesedauer 3 Minuten.

Trotz der langen und kräftezehrenden Tour am vergangenen Tag ging es uns am Morgen eigentlich ganz gut. Das Frühstück war in der Herberge nicht enthalten, und wir hatten uns schon auf einen längeren Weg mit leerem Magen eingestellt. Aber wie das am Camino so ist: Der Weg sorgt für einen. Aus der Herberge heraus, 20 m gelaufen, und schon kamen wir an einem Café vorbei, das geöffnet hatte. Frühstücksproblem gelöst!

Der Weg schlängelte sich durch Carreço hinaus und führte dann durch die hier sehr schöne Landschaft. Ab und an konnte man auch Richtung Meer sehen. Dabei stieg das Gelände stetig an, und wir gewannen immer mehr an Höhe. Teilweise waren das sehr schöne Waldwege, aber auch sehr alte Handelswege.

Bei Afife querten wir den Rio de Cabanas, also mussten wir vorher wieder absteigen, um auf der Gegenseite wieder steil nach oben zu gehen. Ein Spiel, das wir zwischenzeitlich ja gewohnt waren. Nach fünf km erreichten wir eine kleine Kapelle, bei der wir eine kurze Rast einlegten und eine schöne Aussicht genießen konnten.

Weiter ging es auf dem Weg durch den Wald, und nach sieben km legten wir unsere erste richtige Pause bei Âncora ein. Dann gingen wir in die Stadt. In der Kirche war gerade Gottesdienst, und somit machten wir bei schönstem Sonnenschein einfach eine Pause auf dem Marktplatz, bis der Gottesdienst beendet war, und konnten danach die Kirche, die Capela Nossa Senhora da Bonança, besichtigen. Der Blumenschmuck am Eingang blühte Ende April noch nicht. Im Sommer würde das sicher ein tolles Bild abgeben.

Unser Weg führte uns jetzt wieder an die Küste. Auch sahen wir mal wieder historische Festungsanlagen. In der Ferne kann man den markanten Gipfel des Monte Trega sehen, der schon auf spanischer Seite liegt. Die teilweise rechterhand liegenden grünen Flächen sind mit Steinen übersät.

Wir liefen jetzt aber erst einmal an der Hauptstraße entlang und durch Moledo. Nicht schön und nicht unbedingt jedermanns Sache, aber zumindest haben wir hier noch ein schönes Café gefunden und konnten uns stärken. Dann ging es auf dieser Straße gerade weiter. Unspektakulär, teilweise mit Verkehr, dazu auch noch die Bahnstrecke daneben. Aber auch das gehört zum Pilgerleben dazu, dass manche Strecken nicht so schön sind.

Auch der Einzug in Caminha ist nicht gerade als schön zu bezeichnen. Der Marktplatz hingegen ist sehr interessant: ein großer Platz mit markantem Torturm, dem Torre do Relógio, sowie der Kirche Igreja da Misericórdia de Caminha. Diese konnten wir auch besuchen.

Da ein paar Meter weiter unsere Unterkunft lag, haben wir diese nach unseren knapp 23 km erst einmal aufgesucht. Rucksack abgelegt, geduscht, umgezogen und dann noch einmal los. Einkaufen im nahegelegenen Supermarkt, Besichtigung der zweiten, großen Kirche, der Igreja Matriz de Caminha, und dann noch zur Belohnung eine Cerveja am Marktplatz. Als Abendessen gab es heute einmal Selbstverpflegung, die wir am Nachmittag eingekauft hatten. Auch wenn in der Unterkunft sehr viele Pilger*innen waren, kam hier leider keine wirkliche Gemeinschaft auf.

Diese Etappe war am Anfang sehr schön. Das Ende um die zehn km entlang der Straße war dann eines der weniger schönen Stücke. Aber auch das haben wir überstanden.