Caminho Português da Costa – Tag 3 (23. April 2026): Vila Chã - Aguçadoura
Auch an diesem Morgen konnten wir in unserer Pension frühstücken und mussten uns zunächst um nichts kümmern. Unsere Zielherberge hatten wir bereits am Abend zuvor gebucht, sodass wir den ganzen Tag Zeit hatten, die Strecke in Ruhe zu laufen.
Gestärkt ging es dann also los. Erneut am Strand entlang und über Holzstege. Wie schon am Vortag starteten wir zwischen halb neun und neun portugiesischer Zeit. Die Sonne war zu diesem Zeitpunkt gerade aufgegangen, und es wurde dann auch schnell wärmer.
Bereits gestern war uns aufgefallen, dass Teile der Stege ziemlich nachgaben oder einige Bretter sogar gebrochen waren. Heute durften wir dafür auf komplett neu gebauten Stegen unterwegs sein. Die Freude trübte sich jedoch bald, da diese Stege an zwei Stellen umgekippt waren und man sich hier dann sehr abenteuerlich, an einem Seil festhaltend, hinüberhangeln musste. Aber auch das war machbar.
Ebenfalls wurden wieder Brücken überquert, die kleine Bäche überspannten, die ins Meer flossen. Dort war es in der Regel sehr grün, und man hörte auch das Konzert der Frösche. Aber auch die Dünen forderten ihren Anteil an den Stegen zurück, und an einigen Stellen waren die Holzplanken schon vollständig von Sand bedeckt.
Nach ca. 7 km erreichten wir Vila do Conde. Von der Brücke, die den Rio Ave überquert, kann man das auf dem Hügel mächtig thronende Kloster Santa Clara sehen. Die eigentliche Route des Camino führt hier durch die Stadt. Hier wird aber weiterhin nur sehr spärlich bis gar nicht ausgeschildert, weshalb wir einfach der Küste gefolgt sind. Begleitet wurden wir hier von B., die wir bereits gestern in unserer Unterkunft kennengelernt hatten. Kurz darauf stieß noch R. dazu, die dann auch den restlichen Tag mit uns lief, und somit waren wir für diesen Tag eine nette, kleine Vierergruppe auf dem Weg.
Dadurch, dass wir nicht den offiziellen Weg gelaufen sind, konnten wir jedoch die Igreja da Lapa besuchen, die im Gegensatz zu den vielen anderen Kirchen geöffnet war. Einen Stempel gab es hier jedoch nicht. Kurze Zeit später kommt man dann wieder auf den offiziellen Weg, den wir dann weitergegangen sind.
Es ging erneut am Strand entlang, vorbei an ehemaligen Mühlen und über die bereits bekannten Holzstege, mal in besserem, mal in schlechterem Zustand, und nach ca. 21 km erreichten wir unsere Unterkunft in Aguçadoura. Hier waren wir heute in einer öffentlichen Pilgerherberge. Ein Teil der Plätze konnte reserviert werden, und da wir am Vortag rechtzeitig dran waren, konnten wir eben einen Platz reservieren. Die Herberge an sich war ausgebucht, und als wir uns später ausruhten, wurden auch andere Pilger*innen abgewiesen, weil eben keine freien Plätze mehr vorhanden waren.
Wir verbrachten die restliche Zeit des Tages dann mit Erholung, ich mit Wäschewaschen, Einkaufen und abends mit dem Besuch eines Restaurants.
Erneut liefen wir an diesem Tag hauptsächlich am Meer entlang. Da kommt nicht viel Neues hinzu, das man berichten könnte. Die Städte waren jetzt nicht besonders erwähnenswert. Durch unsere Begleitung war es jedoch sehr kurzweilig. Bis kurz vor Aguçadoura ist der Weg schlecht bis gar nicht ausgeschildert. Verlaufen kann man sich nicht, aber man nimmt dadurch auch gern mal einen anderen Weg als eigentlich vorgesehen.