Caminho Português da Costa – Tag 2 (22. April 2026): Porto - Vila Chã
Die heutige Unterkunft war im Vorfeld bereits reserviert. Deswegen war es auch kein Problem, dass das Frühstück in der Jugendherberge etwas später stattfand. Dieses war sehr umfangreich und gut, sodass wir uns gestärkt auf den Weg machen konnten.
Es ging zuerst zurück zum Douro, dem wir dann bis zu seiner Mündung in den Atlantik folgten. Zu erwähnen ist hier vielleicht noch, dass dieser Abschnitt des Weges nicht markiert ist. Verlaufen kann man sich aber nicht: zuerst immer am Fluss entlang und danach immer der Küste folgend.
Durch die Sonne, den fast blauen Himmel, das dunkelblaue Meer und den Sandstrand ergab sich eine schöne Farbkombination. Die portugiesische Küste ist hier stellenweise von Felsen gesäumt, dann folgen wieder Strecken mit Sandstrand, was für eine schöne Abwechslung sorgt.
Wie geschrieben, folgt der Weg der Küste entlang auf geteerten oder gut gepflasterten Wegen. Ein schnelles Vorankommen ist somit problemlos möglich. Man kommt dabei auch an einigen alten Festungsanlagen vorbei, die noch aus der Zeit zeugen, als Portugal See- und Kolonialmacht war.
Was man aber ebenfalls schon sieht und was auf vielen dieser schönen Fotos nicht zu erkennen ist: Ganz links ist das Meer, dann kommt der Strand, gefolgt vom Weg, dann die Straße und schließlich große Hotelburgen. Die Gegend wird einfach auch sehr touristisch genutzt. Wir waren zu einer Zeit dort, die noch vor der Saison lag. Somit gab es keine Tourist*innen, und auch die Aktivitäten waren hier noch auf ein Minimum reduziert; teilweise waren diverse Cafés sogar noch mit den Vorbereitungen beschäftigt.
Auch Hafenanlagen gibt es, durch die man nicht hindurchlaufen kann, weshalb der Weg um diese herumgeführt wird. Aber auch das gehört in der heutigen Zeit einfach dazu.
Später wird der Weg dann an einem Leuchtturm vorbeigeführt, und man gelangt zu einer schönen Kapelle, die leider verschlossen war. Der Ausblick von der kleinen Erhebung dahinter ist jedoch wunderbar. Danach beginnen dann auch die bekannten Holzstege, von denen jede Person schon einmal gehört hat, die sich mit diesem Weg beschäftigt hat. Diese führen zunächst allerdings auch an einer Ölraffinerie vorbei – ebenfalls ein unschönes Produkt unserer Zeit.
Die Holzstege führen einen nun durch die Dünen. Das hat den großen Vorteil, dass man nicht im Sand laufen muss, was sehr anstrengend wäre. Man passiert alte Fischerdörfer, läuft über Brücken, die Flussläufe überspannen, und auch kleine, grüne Erhebungen sind zu überwinden. Dort gibt es auch alte Markierungen von Wikingern, die die Gegend schon vor vielen Jahrhunderten besucht und dort gelagert haben.
Nach ca. 23 km haben wir unser Ziel Vila Chã erreicht. Unsere Pension verfügt auch über ein eigenes Restaurant, wodurch gleichzeitig unser Abendessen gesichert war.
Die erste Etappe war für uns ein schöner Weg am Meer entlang. Sie war nahezu eben, von der Wegbeschaffenheit her sehr gut und somit sehr einfach zu gehen. Wenn man den Kopf nicht nach rechts gedreht hat, war die Aussicht – bis auf das Stück am Hafen – auch immer sehr schön. Aber wie im echten Leben gibt es meist zwei Seiten. Ein Punkt, der uns auf diesem Weg noch öfter begleiten wird.