Familiennamenregel "FName, linker Teil"

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Familiennamenregeln

GFAhnen bietet sehr mächtige Funktionen an, um Familiennamen und div. Namensrechtssysteme einzupflegen und zu verwalten. Neben der von Herbert Penke veröffentlichten Anleitung mit dem FName2 System möchte ich mich hier mit dem Familienregelsystem nach “FName, linker Teil” beschäftigen.

Bei diesem System wird der links von einem definierten Teiler stehende Eintrag im Feld FName zum Familienname. Im Feld FName2 können weitere Schreibweisen definiert werden (z. B. Schreibfehler oder -varianten aus Kirchenbüchern).

Im Menü “Einstellungen” wird die entsprechende Familiennamensregel festgelegt. In unserem Fall ist dies “FName, linker Teil”. In der Liste darunter befinden sich die verschiedenen Teiler mit welchen die Familiennamen getrennt werden. Hier kann man entweder eine auswählen oder man setzt den Haken “alle”. Ist diese Option gesetzt werden alle Teiler berücksichtigt.

Da ich verschiedene Teiler verwende habe ich die Option “alle” gesetzt. Auch die hier genannten Beispiele setzen verschiedene Teiler ein und greifen somit auf diese Option zurück.

Eine weitere sehr wichtige Option ist, dass man GFAhnen mitteilt, dass es bei Anhängen in den Namensregistern und Indexes ebenfalls die eingestellten Regelungen berücksichtigt. Dies geht leider aus der Hilfe nicht direkt hervor. Hierzu geht man in den "Einstellungen" auf den Reiter "Anhänge" und setzt bei "für Namen-Reg./Index:" den Haken bei "FName-Regel".

Ist diese Option nicht gesetzt wird der komplett eingetragene Familienname inkl. dem Teiler und dem Zusatz als eigenständiger Familienname im Register geführt (betrifft nur RTF-Ausgabe). Ein entsprechendes Beispiel mit einem Index ohne dieser Funktion habe ich weiter unten aufgeführt.

Diese Auswahl der Namensregelung ist für den kompletten Datenbestand und somit für eine komplette Auswertung gültig. Hierbei spielt es dann keine Rolle, ob die Auswertung als RTF-Datei oder als HTML erfolgt.

Eingabe des Familiennamens nach „FName, li. Teil“-Regel

Erfolgt eine Eingabe eines Familiennamens in der Feld “FName” ohne weitere Zusätze so wird dieser Familienname wie bisher auch behandelt. Auch abweichende Schreibweisen können zusätzlich in der Feld FName2 eingegeben werden. Hier erfolgt keine Änderung durch das Einstellen einer abweichenden Familiennamensregelung.

Möchte man nun die Familiennamensreglung nutzen, muss der Familienname entsprechend eingegeben werden. Hierbei muss man sich zuerst überlegen, welcher Name der führende Familienname wird. Führend heißt unter welchen Namen die Person in Ausgaben später zu finden sein wird.

Bei Namensänderungen oder Adelstitelverleihungen verwende ich hier als führenden Namen immer den Taufnamen. Auch auf heutige Namensänderungen kann diese Regelung verwendet werden. So z. B. wenn bei Heiraten der Mann den Namen der Frau annimmt oder die Frau ihren Namen behält (z. B. Teiler “wird”).

Als Beispiel wie man mit der “FName, li. Teil”-Regel arbeiten kann zeige ich hier die Erfassung eines Bernhard Leonhardt (* um 1515, + vor 1578). Zwischen 1544 und 1555 erfolgt eine Namensänderung von Leonhardt zu Bauer (eigentlich Pau[e]r) was auf dem Beruf des Bernhard zurück zu führen ist.

Ursprünglich wird die Person als Bernhard Leonhardt mit div. Zusätzlichen Familiennamen im FName2-Feld erfasst.

Jetzt würde der Bernhard korrekt unter seinem Taufnamen “Leonhardt” in den Registern erscheinen. Auch die alternativen Familiennamen sind erfasst und würden z. B. in Familienblättern mit aufgelistet werden.

Um jetzt jedoch die Familiennamensregelung einzusetzen ergänzen wir den Familiennamen um den Zusatz “später Bauer”. Dies entspricht den erforschten Tatsachen, dass der Familienname später nicht mehr Leonhardt sondern Bauer war.

Die eingestellte Familiennamensregelung wird rechts vom FName2-Feld angezeigt.

Ausgabe nach der Familiennamensregelung

Nachdem GFAhnen konfiguriert wurde und alle Daten erfasst sind erfolgt in der Regel irgendwann eine Ausgabe. GFAhnen hat sehr mächtige Optionen für die Ausgaben in RTF und HTML.

RTF-Auswertung

HTML-Auswertungen

Zusammenfassung

Da wir ja definiert haben, dass der Teil links vom Teiler der führende Familienname ist, ist dies auch der Teil, der für den Index relevant ist. Im Familienblatt hingegen wird der komplette Name aufgeführt – also inklusive dem Teiler und den neuen Namen. Somit ist hier sofort ersichtlich, dass sich im späteren Lebensverlauf der Familienname geändert hat.

Dies ist sowohl bei RTF- als auch bei HTML-Auswertungen identisch wenn die oben genannte Funktion für die Index-Erstellung gesetzt ist. Ansonsten erfolgt bei der RTF-Ausgabe beim Index eine Ausgabe der Familiennamen mit Trenner als eigene Familiennamen.

Die Familiennamensregel überschreibt nicht den Familiennamen (siehe hierzu auch die Ausgabe in den Personendetails oben). Die Familiennamenregeln sind dazu gedacht, die Personen vor allem in den Indizes sauber zusammen zu fassen.

Beispiele für die Umsetzung

Die gewählte Einstellung mit der Berücksichtigung aller Teiler ermöglicht mir relativ einfach die Abbildung aller Namensänderungen in meinem Datenbestand.

Wolfgang Pachelbel von Gehag

(* 02.10.1545 Wunsiedel, + 03.04.1620 Eger, 1610 Adelsprädikat)

Führender Name für Listen und Ausgeben ist Pachelbel (der Taufname). Trotzdem ist das Adelsprädikat erwähnt bzw. es wird dokumentiert, dass der Familienname zu “Pachelbel von Gehag” wird. Dies ist auch wichtig wenn Nachkommen mit ausgewertet werden und hier der Namenswechsel dokumentiert werden soll.

Georg von Thela gen. Plechschmidt

(* um 1425, + 1470)

Geführt wird die Person unter [von] Thela. Der Rufname (gen.) ist jedoch trotzdem erfasst.