Caminho Português da Costa – Tag 16 (06. Mai 2026): Vilanova de Arousa - O Faramello
Heute wollten wir mal so richtig Kilometer machen. Außerdem haben wir die Variante „Espiritual“ verlassen und sind wieder zurück auf den Hauptweg gekommen. Gestartet sind wir sehr früh, kurz vor sieben, als wir unser Hotel in Vilanova de Arousa verlassen haben. Es ging dann zurück zur Estación Marítima.
Wir hatten bereits einige Tage vorher eine Schiffsfahrt um 7:30 Uhr gebucht. Auf dem Weg findet man immer wieder Plakate von Anbietern, die das bewerben. Die Buchung im Voraus hat sich bei uns als sinnvoll herausgestellt, da am gewünschten Tag sowie auch an den Folgetagen keine Fahrten mehr frei waren.
Die Fahrt von Vilanova de Arousa bis nach Pontecesures dauert ca. 80 Minuten und ist ca. 27 km lang. Diese sogenannte Translatio, also Überfahrt, geht über den Ría de Arousa bis zur Mündung des Flusses Ulla. Dabei kann man den einzigen See- oder Flusskreuzweg mit 17 Kreuzen sehen, die den Weg des Apostels markieren. Das wichtigste ist die Gruppe mit den drei Kreuzen, die die Kreuzigung Jesu darstellt: die Puenta des Trece Cruces.
Der Überlieferung nach erreichte das Boot mit dem Körper des Jakobus das Land an der Iria Flavia in der Nähe der heutigen Stadt Padrón. Neben den spirituellen Aspekten der Fahrt sieht man hierbei auch historische Stätten wie die Torres de Oeste. Die Ruine der Festung aus dem 12. Jahrhundert sollte vor Wikingern und Sarazenen auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela schützen.
Wer den Weg nicht mit dem Schiff fahren möchte, kann diesen auch laufen. Auf der südlichen Seite, auf der wir waren, läuft die reguläre Variante „Espiritual“. Allerdings ist diese Etappe mit über 30 km sehr lang, und Zwischenstopps sind hier etwas problematisch. Auf der Nordseite des Ría Ulla verläuft der Camino A Roúxe, von Rianxo her kommend, der zumindest die letzten Kilometer auch parallel zum Río Ulla läuft und dann direkt nach Padrón führt.
Die Ankunft am Steg in Pontecesures ist unspektakulär. Man landet hier in einem Industriegebiet und ist hier auch direkt wieder auf der Variante „Espiritual“. Man hält sich links und geht Richtung Brücke, wo sich die Variante wieder mit dem Caminho Português vereint.
Da wir früh gestartet sind, sind wir ohne Frühstück los. Die Idee war, in Pontecesures zu frühstücken. Es gibt hier auch einige Cafés direkt am Weg, und die gleiche Idee hatten auch andere Pilger*innen, die mit uns auf dem Schiff waren. Leider hatten wir diese Rechnung ohne den Wirt gemacht, und alle Restaurationen waren noch geschlossen.
Also ging es weiter bis nach O Souto, einem Vorort von Padrón, entlang am Río Sar, und dort fanden wir dann ein Café, in dem es ein leckeres Frühstück gab. Die gleiche Idee hatten auch andere Pilger*innen, und nicht nur die vom Boot. Es waren hier wieder mehr unterwegs, als wir in den letzten Tagen gesehen hatten.
Gestärkt ging es dann weiter. Der Weg führt geradewegs entlang des Río Sar nach Padrón. Durch eine Allee in einem Park geht es direkt auf die Iglesia de Santiago de Padrón zu, die aber noch geschlossen war. Wir bogen erst einmal links ab zur Igrexa de San Xosé und dem Convento do Carme, die oben am Berg lagen. Natürlich geschlossen, aber man hatte zumindest einen schönen Blick über die Stadt.
Als wir wieder nach unten kamen, war die Iglesia de Santiago geöffnet, und wir konnten diese besuchen. Die Kirche ist deswegen so wichtig, da in ihr der Pedrón, ein römischer Meilenstein, zu sehen ist, an dem der Legende nach das Schiff festmachte, mit dem der Apostel anlandete. Leider wurde gerade der Innenraum der Kirche restauriert, aber den Stein konnten wir sehen.
Aus der Kirche heraus führt der Weg links durch einige Gassen am Rande der Stadt vorbei. Die Igrexa de Santa María de Iria Flavia liegt am Weg, ist aber leider nicht zugänglich, auch wenn es sich um eine sehr imposante Kirche handelt.
Also folgten wir dem Weg, der uns nach kurzer Zeit auf die Straße führte. Wir mussten der N-550 folgen, bis es dann, fast etwas unscheinbar, links wegging und man auf einen schmalen Weg geführt wurde. Dieser war gerade breit genug für ein Auto, und das reichte auch aus, denn hier fuhren Autos.
Nach zehn Kilometern Wegstrecke wurden wir wieder zurück auf die N-550 geführt und durften dieser kurz folgen. Bei der Igrexia de Nuestra Señora de la Esclavitud, die natürlich verschlossen war, geht der Weg rechts weg und führt bergauf. Auch die kurz darauf kommende Igrexa de Santa María de Cruces war nicht zugänglich, aber man hatte vom angrenzenden Friedhof aus eine schöne Aussicht in die Landschaft.
Auf einem Schotterweg ging es jetzt durch ein kurzes Waldstück und auch unter der Bahnschiene hindurch. Es geht dann die Straße zur bekannten N-550 hinunter, wo neben einer Pilgerunterkunft auch ein Restaurant lag. Ein guter Zeitpunkt für eine Pause. Als wir fertig waren, fing es an zu regnen. Eigentlich ein guter Zeitpunkt, denn so konnten wir noch im Trockenen unsere Regenkleidung überziehen und weiterlaufen.
Kurz an der Hauptstraße und dann an der Nebenstraße entlang, bevor es zum Abschluss noch einmal idyllisch wurde: weinüberdachte Wege und dann Wald. Bergauf auf alten Römerstraßen oder Waldwegen ging es zu unserer Pilgerherberge, die direkt am Weg lag.
Mit 27 km auf dem Schiff und 16 km zu Fuß war das heute streckenmäßig die längste Etappe. Die Unterkunft war in einer Pilgerherberge, da wir noch einmal waschen wollten. Das Ganze stellte sich als etwas problematisch heraus, da am Tag zuvor der Trockner defekt geworden war. Glücklicherweise hatte es jedoch aufgehört zu regnen, und die Sonne kam heraus. Somit wurde unsere Wäsche an der Leine dann doch noch trocken.
Ein Restaurant gab es auch direkt in der Herberge, und somit war das Abendessen ebenfalls gesichert. Wir konnten uns also erholen und alles für den morgigen Tag richten.
Weitere Links:
- Fotogallery
- Tour bei Mapy (Schiffahrt): Vilanova de Arousa - Pontesecures
- Tour bei Mapy (Laufstrecke): Pontosecures - O Faramello
- Tour bei Komoot (Schiffahrt): Vilanova de Arousa - Pontesecures
- Tour bei Komoot (Laufstrecke): Pontosecures - O Faramello
- Video meines Pilgerbruders Manfred - Spanien
- Video meines Pilgerbruders Manfred - Direktsprung zum Tag 16