Mastodon

Caminho Português da Costa – Tag 14 (04. Mai 2026): Combarro - Barrantes

Tobias Bauer, , Lesedauer 4 Minuten.

Heute ging es weiter auf der Variante „Espiritual“, und heute mussten wir über den Berg. Das war auch der Grund, warum wir die ursprüngliche und vorgeschlagene Routenplanung geändert haben. Wir starteten früh und verzichteten in unserer Unterkunft auf ein Frühstück. Vermutlich wäre es auch nicht schlecht gewesen, aber wir wollten hier auch weg.

Bereits am Vortag hatten wir in Erfahrung gebracht, dass es direkt auf unserem Weg eine Bäckerei mit Café gab, die früh öffnet. Die Öffnungszeit wurde zwar etwas „spanisch“ ausgelegt, und somit warteten neben uns noch ein paar andere Pilger*innen, aber wir bekamen ein gutes Frühstück.

Anschließend ging es wirklich los, und der Weg schlängelte sich durch die Ortschaft hinauf. Dabei hatten wir schon auf den ersten 2,7 km die ersten 200 Höhenmeter hinter uns gebracht. Am Wegesrand gab es hier auch eine Kühltruhe mit Getränken gegen Spende, an der wir uns ebenfalls noch einmal bedienten – der Weg sorgt für einen.

Aus dem bebauten Gebiet hinaus ging es dann in den Wald, aber weiterhin bergauf. Bis jetzt war das alles Straße oder im schlimmsten Fall ein gepflasterter Weg. Man hatte hier immer wieder einen schönen Blick zurück in die Bucht des Río Pontevedra. Auch kleine Weinflächen gab es hier.

Nach 3,5 km gab es eine gerodete Fläche und wir noch einmal einen schönen Ausblick auf die Bucht. Hier trafen wir dann auch eine Kölner Pilgerschwester, die uns den Rest des Tages begleitete.

Der Weg führt jetzt noch ca. einen halben Kilometer an der Straße entlang und zweigt dann auf einen Wirtschafts- und Waldweg ab. Der Himmel, der immer grauer geworden war, meinte es jetzt auch nicht mehr ganz so gut mit uns, und es fing zu tröpfeln an. Wir beschlossen einfach, das zu ignorieren, und liefen so, also ohne Regenponcho, weiter. Die Rucksäcke waren vorsichtshalber bereits von Beginn an im Regenschutz verpackt.

Nach ca. fünf km kommt man zum Miradoiro do Cal do Marroco, einem Aussichtspunkt, der auch eine Rastmöglichkeit geboten hätte, wäre nicht alles nass gewesen. Wir genossen kurz den Anblick und liefen dann weiter.

Nach kurzer Zeit muss man eine Straße überqueren bzw. 100 m an dieser entlanglaufen, und kurz danach hat man auch den höchsten Punkt der heutigen Tour mit knapp 430 m erreicht. Jetzt ging es erst einmal wieder abwärts, teilweise sehr abenteuerlich über sehr enge Pfade mit Spitzkehren, an denen man sich auch an einem Seil festhalten konnte. Die Markierung führte über diesen Weg, alternativ konnte man aber auch an der Straße entlanglaufen, was der einfachere Weg ist.

Wenn man dieses schwere Stück aber geschafft hat, kommt man am Monasterio de Santa María de Armenteira mit der gleichnamigen Kirche an. Sehr sehenswert mit seiner romanischen Architektur und einem Klostergang aus dem 16. bis 17. Jahrhundert. Auch gibt es dort ein Café, in dem wir, inzwischen ja schon 10 km unterwegs, eine Pause einlegten und unsere Begleitung frühstückte.

Anschließend führt der Weg neben der Straße vorbei und in ein Waldstück entlang des Río Armenteira. Es gibt hier zwei Wege: eine einfache Variante, auch für Radfahrer*innen, und eine schwierigere für Wandernde. Wenn es einem möglich ist, dann empfehle ich die schwierige Variante. Einige Etappen sind hier wirklich schwierig zu gehen, aber es lohnt sich! Man läuft hier nahe an dem Bach entlang, der teilweise zugewachsen ist. Dazu gibt es viele alte Mühlenruinen. Das Wegstück ist ca. zwei Kilometer lang.

Der Weg folgt danach auch weiter dem Bachlauf: mal durch urbanes Gebiet, mal durch Felder und Wiesen, mal durch kleine Wälder. Nach 15 km sind wir dann auf die Straße gekommen. Dort muss man etwas aufpassen, da man unter der AG-41 hindurchmuss und hier ein paar vielbefahrene Straßen kreuzt.

Anschließend folgt der Weg wieder dem Bach. Es fing jetzt noch einmal so richtig zu regnen an, und wir mussten unsere Regenponchos herausholen. Unsere Gruppe trennte sich jedoch an der nächsten Kreuzung. Wir liefen Richtung Barrantes, und unsere Kölnerin lief noch ein Stück weiter auf dem Jakobsweg, da wir in verschiedenen Unterkünften nächtigten.

So liefen wir ca. einen Kilometer die Straße in die Stadt hinein. Aber auch hier gab es gelbe Wegmarkierungen. Als wir an der offiziellen Herberge vorbeiliefen, war uns dann auch klar, warum diese angebracht worden waren.

Wir bezogen unser Zimmer. Heute hatten wir das erste und auch einzige Mal Probleme mit Bettwanzen. Das war der Eigentümerin sichtlich peinlich, und sie entschuldigte sich mehrfach. Wir bekamen umgehend ein neues und besseres Zimmer. Damit war das Problem für uns gelöst. Da die Küchenzeiten der örtlichen Lokale nicht zu unseren Wünschen passten, entschieden wir uns, uns selbst über den Supermarkt zu versorgen. Wir mussten ohnehin Wasser und Notrationen nachkaufen. Damit war die heutige Tour mit knapp 18 km zwar nicht die längste, aber wir hatten die meisten Höhenmeter auf dem ganzen Weg zu meistern.