Caminho Português da Costa – Tag 12 (02. Mai 2026): Redondela - Pontevedra
Am Morgen wartete zur Abwechslung einmal direkt ein Frühstück in der Herberge auf uns. Es gibt auch Pilgerherbergen inklusive Frühstück, und dies hier war eine davon. Die Hospitaleros hatten alles am Abend vorbereitet, sodass sich jede Person, sobald sie aufgestanden war, selbst das zurechtmachen konnte, was sie wollte. Danach ging es los, der Weg lag ja direkt vor der Tür.
Wie am Vortag waren auch heute sehr viele Pilger*innen unterwegs. Teilweise waren das ganze Gruppen und auch Schulklassen, die nach Santiago unterwegs waren. Es ging erst einmal zwei Kilometer durch urbanes Gebiet, bevor es dann relativ steil den Berg hinauf und zwischen zwei Bergen, dem Alto de Lomba und dem Outeiro das Penas, hindurchging.
Man läuft hier durch den Wald und hat immer wieder einen schönen Blick auf die Bucht, die Enseada de San Simón. Nach ca. 3,5 km kommt man an eine Abzweigung. Links geht der normale Weg, rechts führt ein Nebenweg, erkennbar an den gelben und grünen Pfeilen. Der Nebenweg hat ebenfalls eine starke Steigung. Warum auch immer, haben wir den Nebenweg genommen.
Belohnt wird man oben mit einem tollen Ausblick auf die Bucht. Leider hat bei uns hier das Wetter noch nicht so mitgespielt, was die Fernsicht etwas eingeschränkt hat. Danach geht es wieder teilweise steil bergab. Die Wege waren erst neu gemacht, frisch freigeschoben und stellenweise auch neu betoniert.
Das Wetter verschlechterte sich weiter, und es fing dann zu regnen an. Wir kamen aus dem Wald heraus und nach A Xesteira, und dort gab es direkt ein Café. Wir hatten zwar erst 5 km hinter uns, aber aufgrund der Wetterlage beschlossen wir, schon jetzt eine Pause zu machen und den Regenschauer zu überbrücken. Eine Entscheidung, die sich als gut herausstellte, denn das Wetter wurde danach richtig schön und auch warm.
Nach dem Kaffee ging es weiter nach A Calle, vorbei an alten Waschplätzen und Gemüsespeichern bis zur Ponte de Sampaio. Eine alte Brücke, deren Wurzeln bis in die Römerzeit zurückreichen. 1809 wurden hier die napoleonischen Truppen unter General Ney geschlagen und zogen sich danach aus Spanien zurück.
Wir nahmen den kleinen Umweg zur Igrexa de Santa María de Ponte Sampaio auf uns, jedoch war die Kirche leider verschlossen. Der Weg schlängelt sich durch die Ortschaft: enge, kleine Wege und Straßen, auf denen es hieß: Auto oder Pilger*in. Aber es hat funktioniert.
Der Weg führte wieder aus der Ortschaft hinaus und in den Wald. Waldweg, alte Römerstraße, steinige Wege – alles war dabei. Wir trafen hier ein Pilgerpaar aus Augsburg und liefen ein paar Kilometer gemeinsam. Der Weg ging erst bergauf und dann wieder bergab, und nach 13 km machten wir an einem Foodtruck unsere Mittagspause.
Gestärkt ging es nach dem Essen weiter. Wald-, Wiesen- und bebaute Abschnitte wechselten sich ab. Weiterhin waren viele Pilger*innen unterwegs, und wir versuchten immer, zwischen den verschiedenen Gruppen zu bleiben.
Nach 15 km erreichten wir die Capela de Santa Marta, eine schöne, kleine Kapelle. Allerdings hielten wir uns hier nicht lange auf, da es einen richtigen Stau an Pilger*innen gab, die hier einen Stempel wollten.
Es geht dann entlang des Río Tomeza, eines kleinen Baches, der von Bäumen gesäumt ist und an dem sich der Weg entlangschlängelt. Man muss sich hier beim Kilometerstein 71,5 entscheiden, ob man diese schönere Variante nimmt oder ob man entlang der Straße läuft. Wir haben natürlich diese Variante genommen und es nicht bereut. Es kann allerdings bei starken Regenfällen bzw. Hochwasser sein, dass diese Variante nicht begehbar ist.
Unter der Hauptstraße, der PO-10, hindurch gelangt man dann nach Pontevedra. Unsere Unterkunft war gleich in der Nähe des Bahnhofs, an dem der Weg vorbeiführt, und somit war diese Etappe nach 20 km auch geschafft.
Der restliche Tag war dann recht entspannt. Neben den üblichen Punkten wie Duschen und Rucksackrichten haben wir uns dann noch mit Abendessen und Einkaufen befasst. Die heutige Unterkunft war preislich die teuerste auf dem Weg. Angebot und Nachfrage greifen hier halt auch, und das verlängerte Wochenende sowie die Pilgermengen treiben die Preise nach oben und senken gleichzeitig die Zahl der verfügbaren Betten.