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Caminho Português da Costa – Tag 11 (01. Mai 2026): Vigo - Redondela

Tobias Bauer, , Lesedauer 4 Minuten.

Am Morgen ging es dann in Vigo wieder los. Wir wollten zurück auf den normalen Weg und mussten dazu erst ein ganzes Stück durch die Stadt laufen. Dabei haben wir sogar ein paar schönere Ecken, wenn man das so nennen mag, entdeckt als die, in der wir genächtigt hatten. Auch ein schönes Café für das Frühstück haben wir auf dem Weg gefunden.

Von Vigo aus sind es bis Santiago noch etwas über 100 km. Ebenso wie von Tui aus, wenn man den Caminho Português Central läuft, oder aber von Sarria aus auf dem Camino Francés. Diese Information ist wichtig, da die 100 km notwendig sind, um die Compostela zu erhalten. Der 1. Mai ist in Spanien ein Feiertag, und da er dieses Jahr auf einen Freitag gefallen ist, war das somit ein langes Wochenende. Das hatte zur Folge, dass sehr viele Pilger*innen an diesem Tag hier Richtung Santiago gestartet sind.

Nach ca. zwei km sind wir wieder auf dem Jakobsweg angekommen. Der Weg führte noch weitere 2,5 km durch urbanes Gebiet. Da man hier schon sehr hoch war, hatte man einen guten Blick auf die Ría de Vigo.

Dann kamen wir in ein Waldgebiet, durch das wir hindurchliefen. Der Weg verlief hier auf ca. 190 Höhenmetern. Eine Information, die etwas später relevant wird. Er führt vorbei an einem kleinen Bach, einem Stein in Fischform, der auch entsprechend angemalt ist – leider zwischenzeitlich etwas verblichen – und bietet immer wieder die Möglichkeit, einen Blick auf die Ría de Vigo zu werfen.

Zwischenzeitlich kam auch die Sonne durch die grauen Wolken hindurch, und das Wetter wurde richtig angenehm.

Nach 14 km ging es dann steil bergab. Auf einen km mussten wir 100 Höhenmeter hinuntersteigen. War ja klar, wir sind hochgestiegen, also mussten wir wieder hinunter. Wir landeten bei der Igrexa de Santo André de Cedeira, die zwar geöffnet war, die wir aber aufgrund einer Hochzeit nicht besichtigen konnten. Das Restaurant direkt daneben ermöglichte uns jedoch eine Pause, und es gab etwas zu essen.

Der Weg führte dann weiter hinab, und nach weiteren 4 km und ca. einer Stunde waren wir auch schon in Redondela. Die Ausschilderung führt einen hier zur Igrexa de Santiago de Vilavella. Damit weicht sie von der Routenführung in diversen Karten ab. Hier gibt es drei Dinge zu berichten. Erstens ist das eine schöne Kirche, die geöffnet ist und in der man einen Stempel bekommt. Zweitens kommt dort auch der Caminho Português Central an, womit jetzt beide Routen vereint sind. Und drittens konnten wir dort in einer Gastronomie unser Mittagessen einnehmen.

Durch die Vereinigung der beiden Wege waren jetzt natürlich noch mehr Pilger*innen unterwegs. Der Weg geht hier auch gerade nach Santiago und hat somit mehr oder weniger Autobahncharakter.

Wir liefen dann nach dem Mittagessen weiter durch die Altstadt. Hier wurde gefeiert, es war ja schließlich Feiertag, und kamen dann zur Igrexa de Santiago de Redondela. Auch hier gab es einen Stempel, und auch das ist eine Jakobskirche, die aber von vielen Pilger*innen gar nicht besucht wird.

Der Weg geht weiter Richtung Hauptstraße, der N-550, und dort gab es auch noch eine kleine Kapelle, die Capela de Santa Mariña. In dieser gibt es eine schöne, alte Rochusfigur, die von vielen fälschlicherweise für eine Jakobusfigur gehalten wird. Rochus ist an der Pestwunde am Bein und am Hund erkennbar, auch wenn die anderen Pilgerinsignien gleich sind. Hier merkte man schon sehr stark, dass viele Pilger*innen sehr schnell unterwegs waren: rein in die Kapelle, Stempel abholen und weiter. Zeit zum Besichtigen oder für mehr war keine.

Wir folgten dem Weg dann noch ein paar hundert Meter bis zu unserer Unterkunft. Heute wieder eine Pilgerherberge mit Mehrbettzimmer. Wir mussten mal wieder Wäsche waschen. Vom Anwesen her war das eine der schönsten Unterkünfte, die wir besucht haben. Dort haben wir auch zwei nette Pilgerschwestern aus Tschechien getroffen und eine schöne Unterhaltung gehabt. Abends ging es dann in ein örtliches Lokal zum Essen.