Caminho Português da Costa – Tag 10 (30. April 2026): Nigrán - Vigo
Der Hauptweg von Nigrán nach Vigo führt unterhalb des Bergzuges entlang und beinhaltet einige Höhenmeter. Wir haben uns dieses Mal bewusst dazu entschlossen, nicht diese Route zu nehmen, sondern eine Nebenroute zu laufen. Diese führt direkt an der Küste entlang und primär durch urbanes Gebiet. Damit sparten wir uns die Höhenmeter, da es relativ flach war.
Wenige Meter von unserer Unterkunft entfernt gab es ein Café, in dem wir frühstücken konnten. Das hatten wir am Vortag schon ausgekundschaftet, und damit war das bereits gesichert. Danach mussten wir zuerst wieder auf den Jakobsweg. Das hieß für uns, ca. einen km geradewegs nach Westen zur Küste zu laufen. So gesehen war das ganz einfach, weil man den Weg nicht verfehlen konnte. Das Wetter war sich nicht ganz sicher, was es machen wollte, was auch unsere Entscheidung für diese Variante beeinflusst hat.
Auf dem Küstenweg angekommen, begegneten wir auch anderen Pilger*innen, die hier liefen. Wir waren also nicht allein unterwegs. So ging es jetzt erst einmal der Uferpromenade entlang. Bei Madorra geht der Weg dann von der Küste weg, da man die dortige Halbinsel abschneidet, bis es nach ca. einem halben Kilometer wieder am Strand entlanggeht.
Nach ca. 4 km wird man dann für ein kurzes Stück direkt auf den Strand geleitet und darf über 50 m Kiesstrand laufen. Wir hatten Ebbe und somit kein Problem. Wie das bei Flut aussieht, weiß ich nicht, aber die Spuren gingen da schon sehr nah heran.
Dann ging es durch urbanes Gebiet und weg von Strand und Meer. Auch musste man hier ein paar Höhenmeter überwinden. Es ist ein Nebenweg, der eigentlich mit gelben und grünen Pfeilen markiert ist. Diese sind jedoch nicht immer zuverlässig vorhanden, und es gibt hier auch Lücken. Teilweise scheint es auch Verlegungen gegeben zu haben, und die alten Markierungen wurden nicht entfernt. Auf jeden Fall haben wir irgendwo eine Markierung verpasst oder aber es gab keine, und so kamen wir früher als gedacht auf die Hauptstraße, der wir dann folgten.
Es war kein Umweg, denn der PO-325 folgten wir jetzt fast zehn Kilometer. Entsprechend wenig gab es hier zu erzählen. Erst bei A Ponte, das schon ein Vorort von Vigo ist, verließen wir die Straße und folgten wieder dem Meer entlang der Strandpromenade.
Wir liefen dann in Vigo ein, unter der Brücke der VG-20 hindurch und dann durch den Hafen. Wie für eine Industrie- und Hafenstadt zu erwarten, war das nicht wirklich schön. Unsere Unterkunft lag dann schon erhöht und nicht direkt an der Route, und so schlängelten wir uns durch die Stadt den Berg hinauf zu unserer Unterkunft. Wie es sein musste, fing es hier dann auch noch zu regnen an.
Die Unterkunft war ok, aber auch nicht mehr. Wir waren in einem Stadtteil, in dem man prima ausgehen konnte, um etwas zu trinken, aber Essen war problematisch. Wir fanden dann doch etwas. Einkaufen war ebenfalls möglich, und so war zumindest das Wichtigste abgedeckt.
Es war also so ein Tag, an dem man einfach läuft, ankommt und ihn abhakt. Es gab nichts Besonderes zu berichten. Die gewählte Variante war lauftechnisch sicher die einfachere, vermutlich aber auch nicht die schönere. Restaurationen hätte es im Hafenbereich sicherlich gute gegeben, wir waren aber einfach zu bequem, uns wieder den Berg nach unten und später erneut nach oben zu quälen.