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Caminho Português da Costa – Tag 7 (27. April 2026): Caminha - A Guarda

Tobias Bauer, , Lesedauer 4 Minuten.

In Caminha muss man sich entscheiden: Folgt man dem Rio Minho und damit dem Caminho Português oder überquert man den Fluss nach Spanien und folgt der Senda Litoral nach Vigo? Die Senda Litoral, also der Küstenweg, ist eine inoffizielle Variante des portugiesischen Weges entlang der Küste. Auch in Portugal gibt es diese Variante bereits, und sie führt direkt an der Küste entlang.

Wir hatten uns im Vorfeld schon für den Weg über Vigo und somit gegen die offizielle Variante entschieden. Das wird später auch Auswirkungen haben, auf die ich im Resümee zu sprechen kommen werde. Für diesen Tag hatte dies aber zur Folge, dass wir den Rio Minho überqueren mussten und dann in Spanien ankamen. Für uns stand außerdem fest, nur das kurze Stück um den Monte Trega zu gehen und dann einen Ruhetag in A Guarda einzulegen. Nach den langen Etappen der vergangenen Tage kam uns das sehr gelegen.

Wir brachen früh am Morgen auf. Frühstück gab es in unserer Unterkunft nicht. Das Café, das laut Google Maps geöffnet haben sollte, war geschlossen, der Supermarkt hätte erst wesentlich später geöffnet, und so gingen wir ohne Frühstück zum Anlegesteg, von dem die Flusstaxis abfahren. Dort wartete bereits ein anderes junges Pilgerpaar aus der Ukraine, und beim Lösen der Tickets wurde uns gesagt, dass die Überfahrt in ca. zehn Minuten starten würde. Kurz darauf kamen weitere Pilger*innen, und die maximale Anzahl für die Überfahrt war schon erreicht, sodass die später kommenden Pilger*innen warten mussten.

Zusammen mit unserem Kapitän liefen wir also über den Sandstrand zu unserem Boot – einem motorisierten Schlauchboot, in dem wir beide mit den anderen sechs Gästen und unseren Rucksäcken Platz nahmen. Alle wurden mit Rettungswesten ausgestattet, und dann ging die Fahrt los. Dauer: ca. sieben Minuten, Distanz: 1,7 km, und mit einer Maximalgeschwindigkeit von knapp 47 km/h ging es über den Fluss. Am Steg in O Palomar angekommen, waren wir somit auf spanischem Boden. Nachdem wir uns noch mit guten Wünschen auf der ukrainischen Flagge des Pilgerpaares verabschiedet hatten, trennte sich die Gruppe.

Auch hier hat man wieder die Wahl: Entweder geht man den längeren Weg entlang der Küste nach A Guarda und hat dafür praktisch keine Steigungen. Alternativ – und diesen Weg sind wir gegangen – geht man quer über diese Halbinsel, muss hier aber auf über 200 Höhenmeter aufsteigen. Belohnt wird man jedoch mit einem sehr schönen Weg durch eine tolle Landschaft.

Gleich nach den ersten 300 Gehmetern kommt man – und da hat man schon die ersten 20 Höhenmeter hinter sich – an die erste Kapelle, die Capela de Nosa Señora da Graza da Pasaxe. Diese war geöffnet, und wir konnten gleich unseren ersten Stempel auf spanischem Boden abholen.

Dann ging es den Berg hinauf. Erst noch durch urbanes Gebiet und dann durch den Wald. Eine wunderschöne Landschaft, bis man am anderen Ende schon an den Ausläufern von A Guarda herauskommt. Wir setzten uns dort dann in ein Café und holten unser Frühstück nach. Danach ging es weiter zu unserer Unterkunft, in der wir erst einmal unser Gepäck abstellten und dann in die Stadt gingen, um uns etwas umzuschauen. So besuchten wir auch die Igrexa de San Benito de A Guarda.

Zwischenzeitlich konnten wir unsere Zimmer beziehen und gingen später am Hafen Mittag essen. Hier gab es auch frischen Fisch, und während unseres Essens wurde von Fischern schon der Nachschub gebracht. Der restliche Tag wurde dann mit Entspannen und Ausruhen verbracht.

Den Monte Trega haben wir, auch wenn uns das mehrfach von Einheimischen empfohlen und sogar als für Pilger*innen unbedingt notwendig nahegelegt wurde, nicht besucht. Auch wenn uns gesagt wurde, wir sollten hier einfach ein Auto anhalten und uns würde garantiert jemand mit hinaufnehmen, wollten wir einfach nur ausruhen und die 4,5 km heute waren für uns ausreichend.