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Kontoführungsgebühren - auch 99 Cent sind viel Geld

Die Banken werden ja in den letzten Jahren immer kreativer, wenn es darum geht, neue Gebühren einzuführen. So bewirbt die ING groß ihr kostenloses Gehaltskonto und legt eine VISA-Debitkarte dazu, führt jetzt aber ab dem 1. März 2022 eine Gebühr von monatlich 0,99 Euro1 für diese ein.

Jetzt kann man hier natürlich anmerken, dass man ja die VISA-Karte verwenden könnte. Diese besitzt ja mit V-Pay auch über die Möglichkeit des bargeldlosen Bezahlens. Allerdings ist genau das nicht bei allen Geschäften möglich und vor allem kleine Läden sind aktuell eben noch nicht an V-Pay angebunden (dazu zählt zum Beispiel hier auch eine Tankstelle).

Für mich war dies jetzt aber keine Option, und so habe einfach die Bank gewechselt. Jetzt bin ich wieder bei einer Genossenschaftsbank, welche zumindest momentan keine Gebühren verlangt (vermutlich wird dies über kurz oder lang auch hier geschehen). Auch dieses Mal habe ich den Kontowechselservice verwendet und möchte meine Erfahrungen berichten. Dies habe ich auch beim letzten Mal2]bereits getan und für mich war auch interessant, ob es hier Verbesserungen oder Änderungen gegeben hat.

Auch wenn der Anbieter jetzt ein anderer ist, so ist das Verfahren im Prinzip das Gleiche. Man meldet sich mit den Zugangsdaten des alten Online-Banking-Accounts an und es werden alle Buchungen der letzten drei Monate analysiert. Auf Basis dieser wird eine Liste aller Partner erstellt, bei denen es zu Abbuchungen gekommen ist, oder aber die es zu informieren gilt (zum Beispiel Arbeitgeber wegen Gehaltszahlung). Das hat auch so weit ohne Probleme funktioniert und es wurden hier auch alle Anbieter sauber erkannt. Möchte man Partner selbst informieren, so kann man diese aus dieser Auflistung entfernen.

Da ich den Wechsel nicht im ersten Quartal durchgeführt habe und ich viele Zahlungen in diesem nur einmal pro Jahr vornehme (diverse Versicherungen, Vereine, Kfz-Steuer, …), fehlen diese natürlich in der Auflistung. Es können jedoch problemlos weitere Partner hinzugefügt werden, die dann auch informiert werden. Interessant ist, dass eine Adressdatenbank vorhanden ist und somit die aufwendige Adresssuche in den meisten Fällen entfällt. Die Schreiben werden dann automatisch versendet und mal erhält eine PDF-Datei mit einer Kopie. Das Porto trägt hierbei die Bank, was einem schon einiges an Geld spart (bei mir waren es über 30 Briefe).

Es gibt ein Übertragungsprotokoll, bei welchen man abhaken kann, von welchen Partner man eine Rückmeldung erhalten hat. Natürlich gibt es wie überall im Leben hier positive und negative Erfahrungen. Positiv ist auf jeden Fall die Deutsche Telekom hervorzuheben, die innerhalb einer Stunde bereits die Änderung bestätigt hat (die Meldung scheint hier elektronisch zu erfolgen). Das Hauptzollamt musste 2017 noch mit einem speziellen Vordruck informiert werden. Das ist nicht mehr der Fall und funktioniert über den Wechselservice problemlos, wenn man die notwendigen Informationen liefert3. Auch die LBS, welche 2017 noch auf einem eigenen Formular bestanden hat, hat die Änderung dieses Mal funktioniert. Allerdings gehörte diese mit vier Wochen zu den langsamsten.

Nach drei Wochen habe ich alle ausstehenden Partner noch einmal angeschrieben. Das waren in der Regel alles Vereine. Ein Brief ist scheinbar nicht angekommen, bei den anderen wurde der Wunsch nach Bestätigung nicht gelesen. Ansonsten hat es funktioniert und es ist also wirklich sinnvoll, die Liste zu nutzen und gegebenenfalls nachzufragen.

Den Negativpreis für die längste Bearbeitung und das komplizierteste Verfahren erhält aber die CosmosDirect. Das Schreiben des Wechselservice wurde nicht direkt akzeptiert und hier kam nach zehn Tagen ein Schreiben (per Briefpost), dass die Änderung per Postident bestätigt werden muss. Das entsprechende Formular kann aus dem Kundenbereich heruntergeladen werden. Postident kann man auch von zu Hause aus machen. Man klickt auf einen Link, nutzt seinen neuen Personalausweis und diese Aktion ist in Sekundenschnelle erledigt - ohne das man sich hier in der Vor-Adventszeit in eine Postfiliale begeben muss. Die CosmosDirekt unterstützt jedoch nur das Papiergebundene verfahren. Hat man dies hinter sich gebracht, erhält man wenige Stunden später die Antwort, dass es eingegangen ist und man sich meldet, wenn die Anfrage bearbeitet wurde. Das hat dann noch einmal über zwei Wochen gedauert und somit hat diese Aktion insgesamt fünf Wochen in Anspruch genommen. So viel zu dem Thema “Rund um die Uhr für Sie da!”…

Sieht man einmal von den langen Bearbeitungszeiten der LBS und dem Verfahren der CosmosDirect ab, so funktioniert es ohne Probleme. Es gibt also keinen Grund, die Bank nicht zu wechseln und für Konten oder Karten Geld zu zahlen.

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